Ganzheitliches Gedächtnistraining bedeutet: nicht nur das
tägliche Kreuzworträtsel oder Sudoku zu lösen, sondern auf den ganzen Menschen
zu achten. Dazu gehören Kopf, Körper, Gefühle und soziale Kontakte.
Wer geistig fit bleiben möchte, kann viele kleine Dinge im
Alltag tun, um sein Gedächtnis zu stärken.
Wichtig ist, dass das Gehirn immer wieder Neues lernt und
gefordert wird. Unser Gedächtnis liebt Abwechslung. Wenn wir jeden Tag die
gleichen Wege gehen und immer das Gleiche tun, wird es „bequem“. Wenn wir neue
Aufgaben ausprobieren, bleibt unser Geist beweglich. Schon kleine Impulse
helfen: zum Beispiel einen anderen Weg zum Einkaufen wählen, ein neues Rezept
ausprobieren oder eine neue Tätigkeit im Ehrenamt übernehmen.
Zum ganzheitlichen Gedächtnistraining gehören:
Geistige Übungen: Rätsel, Spiele, Lesen, Schreiben,
Kopfrechnen, eine neue Fähigkeit lernen (z. B.
ein Instrument oder eine Sprache).
Bewegung: Spazierengehen, leichte Gymnastik, Tanzen,
Gartenarbeit - denn Bewegung verbessert die Durchblutung und damit auch die
Gehirnleistung. Außerdem regt Bewegung die Ausschüttung eines sogenannten
Nervenwachstumsfaktor an, der dafür sorgt, dass neue Nervenzellen entstehen
können.
Soziale Kontakte: Gespräche, Besuchsdienste, Gruppenangebote
in der Gemeinde und gemeinsame Spiele. Denn der Austausch mit anderen Menschen
schützt vor Einsamkeit und fördert die geistige Aktivität.
Lebensstil: Ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung
(z. B. mediterrane Kost mit
viel Gemüse und gesunden Fetten), wenig Alkohol und nicht rauchen – all das
unterstützt neben der allgemeinen Gesundheit auch das Gedächtnis.
Praktische Tipps für den Alltag:
- Merken Sie sich kleine Listen im Kopf (zum
Beispiel den Einkaufszettel) und schauen erst danach zur Kontrolle auf das
Papier.
- Lesen Sie regelmäßig Zeitung oder ein Buch und
fassen Sie den Inhalt in eigenen Worten zusammen und erzählen Sie jemandem
davon.
- Üben Sie, Namen bewusst zu merken, indem Sie sie
laut wiederholen und mit einem Bild verknüpfen.
- Lösen Sie regelmäßig alle möglichen Arten von
Denkspielen und Rätseln – allein oder in der Gruppe.
- Ändern Sie Gewohnheiten: Putzen Sie einmal die
Zähne mit der ungewohnten Hand oder räumen Sie den Küchenschrank neu und merken
sich die neuen Plätze.
- Nutzen Sie Wartezeiten (Bus, Arzt) für kleine
Gedächtnisübungen: Was habe ich gestern gemacht? Welche drei Dinge möchte ich
mir heute merken? Welche Wörter kann ich aus den Buchstaben des Wortes
GEDAECHTNIS bilden?
Ganzheitliches Gedächtnistraining ist kein Leistungssport.
Es soll Freude machen und zum Alltag passen. Wichtig ist, regelmäßig kleine
Übungen einzubauen und dabei auch auf Ruhe, Gemeinschaft und körperliche
Gesundheit zu achten. So bleibt das Gedächtnis möglichst lange beweglich – und
der Alltag wird interessanter und lebendiger.
Quellen
https://www.50plus.de/gesundheit/gedaechtnis.html
https://www.who.int/publications/i/item/9789240123557
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/ageing-and-health
https://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/healthy-ageing-and-functional-ability
Bild:
https://pixabay.com/de/photos/zeitung-nachrichten-medien-brille-412452/