Futter für die grauen Zellen - Gedächtnistraining im Alltag

05.08.2026
Stephanie Puck

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Ganzheitliches Gedächtnistraining bedeutet: nicht nur das tägliche Kreuzworträtsel oder Sudoku zu lösen, sondern auf den ganzen Menschen zu achten. Dazu gehören Kopf, Körper, Gefühle und soziale Kontakte.

Wer geistig fit bleiben möchte, kann viele kleine Dinge im Alltag tun, um sein Gedächtnis zu stärken.

Wichtig ist, dass das Gehirn immer wieder Neues lernt und gefordert wird. Unser Gedächtnis liebt Abwechslung. Wenn wir jeden Tag die gleichen Wege gehen und immer das Gleiche tun, wird es „bequem“. Wenn wir neue Aufgaben ausprobieren, bleibt unser Geist beweglich. Schon kleine Impulse helfen: zum Beispiel einen anderen Weg zum Einkaufen wählen, ein neues Rezept ausprobieren oder eine neue Tätigkeit im Ehrenamt übernehmen.

Zum ganzheitlichen Gedächtnistraining gehören:

Geistige Übungen: Rätsel, Spiele, Lesen, Schreiben, Kopfrechnen, eine neue Fähigkeit lernen (z.B. ein Instrument oder eine Sprache).

Bewegung: Spazierengehen, leichte Gymnastik, Tanzen, Gartenarbeit - denn Bewegung verbessert die Durchblutung und damit auch die Gehirnleistung. Außerdem regt Bewegung die Ausschüttung eines sogenannten Nervenwachstumsfaktor an, der dafür sorgt, dass neue Nervenzellen entstehen können.

Soziale Kontakte: Gespräche, Besuchsdienste, Gruppenangebote in der Gemeinde und gemeinsame Spiele. Denn der Austausch mit anderen Menschen schützt vor Einsamkeit und fördert die geistige Aktivität.

Lebensstil: Ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung (z.B. mediterrane Kost mit viel Gemüse und gesunden Fetten), wenig Alkohol und nicht rauchen – all das unterstützt neben der allgemeinen Gesundheit auch das Gedächtnis.

 

Praktische Tipps für den Alltag:

  •  Merken Sie sich kleine Listen im Kopf (zum Beispiel den Einkaufszettel) und schauen erst danach zur Kontrolle auf das Papier.
  • Lesen Sie regelmäßig Zeitung oder ein Buch und fassen Sie den Inhalt in eigenen Worten zusammen und erzählen Sie jemandem davon.
  • Üben Sie, Namen bewusst zu merken, indem Sie sie laut wiederholen und mit einem Bild verknüpfen.
  • Lösen Sie regelmäßig alle möglichen Arten von Denkspielen und Rätseln – allein oder in der Gruppe.
  • Ändern Sie Gewohnheiten: Putzen Sie einmal die Zähne mit der ungewohnten Hand oder räumen Sie den Küchenschrank neu und merken sich die neuen Plätze.
  • Nutzen Sie Wartezeiten (Bus, Arzt) für kleine Gedächtnisübungen: Was habe ich gestern gemacht? Welche drei Dinge möchte ich mir heute merken? Welche Wörter kann ich aus den Buchstaben des Wortes GEDAECHTNIS bilden?

Ganzheitliches Gedächtnistraining ist kein Leistungssport. Es soll Freude machen und zum Alltag passen. Wichtig ist, regelmäßig kleine Übungen einzubauen und dabei auch auf Ruhe, Gemeinschaft und körperliche Gesundheit zu achten. So bleibt das Gedächtnis möglichst lange beweglich – und der Alltag wird interessanter und lebendiger.


Quellen

https://www.50plus.de/gesundheit/gedaechtnis.html

https://www.who.int/publications/i/item/9789240123557

https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/ageing-and-health

https://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/healthy-ageing-and-functional-ability

Bild:

https://pixabay.com/de/photos/zeitung-nachrichten-medien-brille-412452/